7 Tragehindernisse erkennen und überwinden

Das Tragen im Tuch oder der Tragehilfe kann einige Hindernisse mit sich bringen. Tragen klappt nicht immer auf Anhieb. Will ein Baby nicht im Tuch oder einer passenden Tragehilfe sein, heisst das jedoch lange noch nicht, dass es nicht getragen sein möchte. Da lohnt es sich immer, genauer hinzuschauen.

Hier einige mögliche Ursachen, wenn dein Baby schreit oder schnell unzufrieden ist, sobald es eingebunden ist. Diese Liste ist längst nicht abschliessend und hat keine Berechtigung auf vollständige Richtigkeit. Sie beruht auf meiner Erfahrung und Beobachtung als Mutter und Trageberaterin.

  1. Dein Baby muss mal... Babys machen von Natur aus nicht in ihr "Nest". Schläft dein Baby also friedlich, wacht plötzlich auf und ist nicht mehr zufrieden, signalisiert es mit seinem kleinen Körper, dass es raus will und mal muss. Dann kannst du es einfach mal "abhalten" oder beobachten, ob es danach gleich die Windeln füllt. Mehr Informationen darüber findest du zum Beispiel hier.

  2. Das Baby verdreht den Kopf, guckt vielleicht dauern zum Boden, möchte sich aus dem Tuch rauswinden oder streckt sich durch beim Einbinden. Ab auf den Rücken mit deinem Kind! Es möchte ab ca. drei Monaten mehr sehen und die Welt mit dir entdecken. Das geht ideal auf dem Rücken der Trageperson. Beckenboden und Rücken werden weniger belastet, als bei Tragweisen vor dem Bauch der Trageperson. Es hat soviele Vorteile, das Baby auf dem Rücken zu tragen. Bei Unsicherheit beim Rückentragen, sind wir Beraterinnen sehr gerne für dich da!

  3. Dein Baby hat Blockaden... ...in der Wirbelsäule, im Gewebe oder in den Gelenken. Eventuell empfindet es Schmerz, wenn es in die Anhockspreizhaltung gebracht wird oder wenn das Tuch im Nacken drückt. Es streckt sich stark durch oder neigt sich auf eine Seite beim Einbinden. Blockaden jeglicher Art können durch Schwangerschaft und noch viel mehr durch die Geburt entstehen. Wenn man bedenkt, was für physische und oft auch psychische Kräfte auf den kleinen Körper wirken, kommt wohl selten ein Baby ohne jegliche Anpassungsschwierigkeiten zur Welt. Einige Blockaden können sich in den ersten Lebensmonaten spontan von selbst lösen. Wenn du darauf jedoch nicht warten möchtest, könnten folgende sanften Therapiemethoden ein erster Schritt sein: Osteopathie, Craniosacral-Therapie, Homöopathie o.ä... Sollte nach ein paar Behandlungen keine Besserung Eures Problems eintreten, wirst du von diesen Therapeuten weiterverwiesen. Gerne empfehle ich zudem, gerade nach Kaiserschnitt, schneller oder auch traumatischer Geburt, das Babyheilbad nach Brigitte Meissner. Hierbei wird das Baby gebadet und der Mutter auf den warmen und nackten Oberkörper gelegt und zugedeckt. Das Babyheilbad wird mehrmals durchgeführt und hat eine wunderbar heilende Wirkung auf verschiedensten Ebenen von Mutter und Kind. Die Aufgabe der Trageberaterin wird es sein, eine für Euch geeignete Trageweise Trageweise zu finden. Denn wichtig zu wissen: Auch Babys mit Blockaden können eingebunden werden. Es bedarf dann jedoch etwas an Kreativität und Fingerspitzengefühl.

  4. Die Tragehilfe oder Bindeweise ist zu locker gebunden oder passt nicht, dem Baby ist es unbequem oder es hat gar Schmerzen. Kontrolliere, ob der Kopf deines Babys gut gestützt ist sowie die Beine bis zu den Kniekehlen gestützt und angehockt sind. Nacken und Rücken sind satt eingebunden und die Unterschenkel hängen frei. Der Rücken kann eine leicht runde Haltung einnehmen. Du hast die Hände komplett frei. Das passt alles und dein Baby weint noch immer? Dann kontaktiere doch eine Beraterin in deiner Nähe und lass dir helfen.

  5. Dein Kind befindet sich in einer "Trageverweigerungsphase" Oh ja, das gibt es tatsächlich und es ist nicht sehr lustig. Denn sobald du mit dem Tuch kommst, schreit dein Kind lauthals und weigert sich, sich einbinden zu lassen. Diese Kinder sind meist etwas älter und bereits mobil, krabbeln oder laufen. Hier gilt es Ruhe und Geduld zu bewahren. Diese Phase wird vorbeigehen. Zwischenzeitlich einfach mehr Zeit einplanen für Spaziergänge oder Ausflüge und dem Kind je nach Bedarf vielleicht mal Kinderwagen anbieten. Oft ist das aber auch eine Entwicklungsphase, in der die Kinder ihre Selbständigkeit anfangen zu entdecken.

  6. Du möchtest dein Kind zwar tragen, fühlst dich dabei aber irgendwie unwohl. In solchen Fällen kannst du für dich selbst überlegen, wie deine eigene Haltung gegenüber dem Tragen und der Nähe ist. Vielleicht ist die eigene Familie gegen das Tragen oder das Umfeld kennt es nicht, was solche Unsicherheiten ebenfalls auslösen kann. Traumatische Geburtserlebnisse mit anfänglicher Trennung können ebenfalls solche Reaktionen auslösen oder noch weiter zurückliegende Erlebnisse, die uns nicht bewusst sind. Oft hilft bereits der Austausch mit anderen Trageeltern oder der Trageberaterin. Wenn es tiefer geht, empfehlen wir weitere Fachpersonen als Unterstützung. Wichtig, zwinge dich nicht zum Tragen, wenn du es für dich im Moment nicht stimmt, aus welchem Grund auch immer.

  7. Euch ist zu warm... Im Sommer wird gern mal geschwitzt beim Tragen, das ist an sich eine gute Sache, denn dann kühlen sich Baby und Trageperson gegenseitig. Manchmal fühlt es sich jedoch einfach nicht mehr gut und viel zu heiss an. Dann unbedingt ein schattiges Plätzchen aufsuchen, Baby ausbinden und viel trinken. Nach einer Pause geht es bestimmt entspannt weiter.

Kennst du eine oder mehrere dieser Situationen und magst uns berichten? Was hast du für Lösungen gefunden?

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