Vorurteile vs. Fakten

Tragen ist so alt wie die Menschheit. In vielen Regionen der Welt ist es noch heute der Normalfall, dass Babys und Kleinkinder getragen werden.

Auch bei uns war es bis zur Erfindung des Kinderwagens normal, sein Baby auf sich zu tragen.

Trotzdem kursieren viele Vorurteile und Ammenmärchen rund ums Tragen.

Zeit, damit aufzuräumen! Die Wissenschaft ist klar auf unserer Seite: Babys zu tragen ist nicht nur praktisch und schön, sondern bietet auch viele weitere Vorteile.

 

 

Vorurteil: Babys müssen in den ersten Wochen viel liegen.

Stimmt nicht! Menschenbabys gehören wie Affen, Kängurus und Koalas zu den Traglingen - sie sind von Geburt an perfekt auf das Tragen in aufrechter Position vorbereitet. Getragenwerden erfüllt ihr Grundbedürfnis nach Körperkontakt und Nähe, das Bewegtwerden gibt Sicherheit und fördert ihre körperliche Entwicklung. Tragen gehört zur bedürfnisorientierten, liebevollen Betreuung eines Kindes dazu!

 

 

 

Vorurteil: Tragen macht einen krummen Rücken.

Stimmt nicht! Eine umfangreiche Studie mit 400 Kindern, die viel getragen wurden ergab sogar das Gegenteil: diese Kinder litten unter weniger Haltungsschäden als der Durchschnitt der Bevölkerung. Gesundes Tragen unterstützt den Rücken des Kindes umfassend und gibt dem Kind optimale Anreize für eine gesunde Entwicklung.

 

 

 

Vorurteil: Das Baby bekommt nicht genügend Luft beim Tragen.

Stimmt nicht! Eine Studie der Uni Köln hat nachgewiesen, dass Kinder auch im Tuch ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind. Bitte achten Sie trotzdem darauf, dass Ihr Kind freie Atemwege hat und sein Gesicht nicht abgedeckt wird beim Tragen. 

 

 

 

Vorurteil: Tragen, das machen nur Ökos.

Stimmt nicht! Tragen ist Trend, und Tragen ist schick. Viele Stars tragen ihre Kinder, darunter z.B. Orlando Bloom, Gwen Stefani und Pink. Der Markt hält mittlerweile für jeden das passende Modell, die passende Farbe, das passende Material bereit. Natürlich auch für Ökos.

 

 

 

Vorurteil: Dauernd Tragen, da lernt das Kind nie laufen.

Stimmt nicht! Tragen bewegt das Kind, zusammen mit dem Körper des Erwachsenen, in natürlicher Weise. Ein besseres Training für die motorische Entwicklung und den Gleichgewichtssinn gibt es nicht.

 

 

 

Vorurteil: Tragen verwöhnt das Kind zu sehr, es wird nie selbstständig. 

Stimmt nicht! Das Gegenteil ist der Fall. Tragen fördert einer Studie zufolge den Aufbau einer sicheren Eltern-Kind-Bindung. Eine sichere Bindung ist die Basis für gesundes Selbstvertrauen und Entwicklung. Sicher gebundene Kinder erkunden ihre Umwelt eigenständiger und sicherer als schlechter gebundene Kinder. Aber erst dann, wenn sie selbst dazu bereit sind. Und mindestens bis dahin können Sie Ihr Kind getrost tragen so viel Sie wollen, ohne Angst, es zu verwöhnen.

 

 

 

Vorurteil: Sobald das Kind schwerer wird ist das mit dem Tragen sowieso unbequem und macht Rückenschmerzen.

Stimmt nicht! Das Kind wächst, wird schwerer, entwickelt sich weiter, und genauso müssen sich auch die Trageweisen weiter entwickeln. Am Anfang noch bequem stundenlang das schlafende Neugeborene vor dem Bauch tragen, das ist das Bild, was die meisten Menschen in der westlichen Welt vom Tragen im Kopf haben. Aber es gibt viel mehr Techniken als das Tragen vor dem Bauch, und der Markt bietet eine Vielzahl verschieden aufgebauter und gepolsterter Tragen an, so dass Sie auch schwere und große Kinder noch bequem und auch längere Zeiträume am Stück tragen können. Unsere Berater/-innen informieren Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten und Modelle, viele verleihen und verkaufen auch Tragehilfen und Tücher. Außerdem können Sie in verschiedenen Internetshops Testpakete mit verschiedenen Tragehilfen ausleihen und so das optimale Modell herausfinden. 

 

 

 

Vorurteil: Wenn sich mein Baby erst ans Tragen gewöhnt, habe ich für nichts anderes mehr Zeit.

Das Gegenteil ist der Fall: Wenn Du Dein Baby trägst, hast Du beide Hände frei. Das Baby ist zufrieden auf Dir. Du hast Zeit, den Haushalt zu erledigen, Dich um grössere Geschwister zu kümmern oder etwas anderes zu tun. Das ist garantiert weniger stressig, als immer zwischen Deiner Tätigkeit und dem quengeligen Baby hin- und herzupendeln.

 

Quelle: Tragenetzwerk.de

Auch bei uns war das Tragen der Kinder lange der Normalfall.

Die Erfindung des Kinderwagens liegt erst rund 200 Jahre zurück und blieb lange den wohlhabenden Familien vorbehalten.